Ministerbesuch

NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg besuchte am 2. Juli die F. W. Brökelmann Aluminiumwerk GmbH & Co. KG in Ense-Höingen

Aluminiumwerk senkt mit energieeffizientem Ofen seinen CO2-Ausstoß

Minister Uhlenberg (4. v. r.) informierte sich vor Ort über die Ressourceneffizienz-Projekte bei Brökelmann.

Das Pressen von Aluminium ist eine energieintensive Angelegenheit. Die F. W. Brökelmann Aluminiumwerk GmbH & Co. KG wollte ihren Energieverbrauch nachhaltig senken und so umweltschonender produzieren. Das Unternehmen setzte nach einer Beratung durch die Effizienz-Agentur NRW, Duisburg, auf ein innovatives Konzept zur Erwärmung der Aluminiumbolzen, aus denen Profile für die Bereiche Automotive, Bau und Industrie gepresst werden. Durch diese Maßnahme reduzierte das Werk seinen CO2-Ausstoß um 141 Tonnen pro Jahr. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg besuchte am 2. Juli das Unternehmen, um sich über die erfolgreiche Umsetzung zu informieren.

Friedrich Brökelmann, geschäftsführender Gesellschafter und Franz Becker, Technischer Leiter bei F. W. Brökelmann, begrüßten neben Minister Uhlenberg u. a. auch den Bürgermeister der Gemeinde Ense, Johannes Weber, die stellvertretende Landrätin Irmgard Soldat, den Präsidenten der IHK, Ralf Kersting, und Dr. Peter Jahns, Leiter der Effizienz-Agentur NRW, auf dem Werksgelände in Ense-Höingen. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung informierte Becker über die einzelnen Fertigungsschritte und die umgesetzten Umweltmaßnahmen.

In enger Zusammenarbeit mit der ausführenden Fa. extrutec GmbH wurde im Jahr 2007 ein innovatives Ofenkonzept geplant und konzipiert. Dabei wurde im Vorwärmofen die Anzahl der Brennerdüsen zur Erzeugung der Flammen verdreifacht und die Positionierung der Düsen optimiert, was für einen verbesserten Wärmeeintrag sorgte. Die genaue Anpassung des Ofeninnenraums an den Bolzendurchmesser resultiert in einer engeren Abgasführung und damit einer optimierten Energieaufnahme. Hinzu kommt der Einsatz einer Hochkonvektionsvorwärmkammer mit Ventilatoren. Die entweichenden Abgase werden über einen Wärmetauscher geleitet, um die Verbrennungsluft für die Gasbrenner vorzuwärmen.

Franz Becker hob die bisher erreichten Ergebnisse hervor: „Der Erdgasverbrauch lies sich durch diese Maßnahmen von bisher 313 kWh/t auf 192 kWh/t im Volllastbetrieb reduzieren. Bezogen auf eine Jahresmenge von 10.500 t Aluminium reduzieren sich die CO2-Emissionen im Mittel jährlich um ca. 141 t. Auch die Ofenkapazität konnte durch den Umbau um 25 Prozent gesteigert werden; ein wesentliches Merkmal zur weiteren Produktivitätssteigerung der gesamten Presse.“

Basis dieser erfolgreichen Maßnahmen war eine Beratung der Effizienz-Agentur NRW. Die auf Initiative des NRW-Umweltministeriums gegründete Agentur unterstützt produzierende Unternehmen seit zehn Jahren dabei, ihre Prozesse ressourceneffizienter zu gestalten und so Material und Energie einzusparen.

Unterstützung durch das Bundesumweltministerium

Für die Investition in Höhe von ca. 542.000 Euro erhielt das Unternehmen einen  Zuschuss in Höhe von ca. 24 Prozent der förderfähigen Kosten aus dem Umweltinnovationsprogramm (Programm zur Förderung von Demonstrationsvorhaben) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Das Programm fördert den erstmaligen großtechnischen Einsatz innovativer und ressourceneffizienter Technologie. Auch hier stand die Effizienz-Agentur NRW beratend zur Seite.

Die F. W. Brökelmann Aluminiumwerk GmbH & Co. KG

F. W. Brökelmann ist ein modernes mittelständisches Unternehmen, das seit 1910 Qualitätsprodukte aus Aluminium herstellt. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind heute ganzheitlich. Moderne CNC-Technik erstreckt sich auf viele heute gängige Fertigungsverfahren. Basis und Kernkompetenz sind drei Strangpressen mit einer Presskraft von 1.700, 2.000 und 2.700 Tonnen. F. W. Brökelmann erzielte im letzten Geschäftsjahr mit ca. 300 Mitarbeitern bei einem Profilabsatz von 22.000 Tonnen einen Jahresumsatz von rund 90 Millionen Euro. Das Werk verarbeitet rund 29.000 Tonnen Aluminium jährlich.